Wer die Zutatenliste von Dhanwantharam Thailam liest, versteht rasch, warum dieses klassische Öl seit so langer Zeit geschätzt wird. Im Zentrum stehen zwei Größen: Bala, ein einzelnes hoch angesehenes Kraut, und Dashamoola, eine Gruppe von zehn Wurzeln. Um sie herum ordnet die überlieferte Rezeptur eine Sesamöl-Grundlage sowie ein langsames Verfahren aus Milch und Dekokt an. Dieser Beitrag erläutert jeden Bestandteil der Zutatenliste so, wie die klassischen Schriften ihn beschreiben, ohne einzelnen Kräutern eine therapeutische Wirkung zuzuschreiben.

Eine Rezeptur aus den klassischen Schriften

Dhanwantharam Thailam gehört zur klassischen Tradition classical und ist in den maßgeblichen Schriften des Ayurveda verzeichnet, allen voran im Ashtanga Hridaya. Benannt ist es nach Dhanwantari, der Arztgestalt der klassischen Überlieferung, woran sich ablesen lässt, welches Ansehen die Rezeptur genoss. Die traditionelle Herstellung folgt der Sneha-Paka-Methode: Die Kräuter werden in mehreren aufeinanderfolgenden Stufen in das Öl eingekocht, damit ihre Eigenschaften in das fertige Thailam übergehen. So entsteht eine vielschichtige Zubereitung und kein einfacher Auszug.

Bala: das Kraut im Zentrum

Bala (Sida cordifolia) prägt den Charakter des Öls. Sein Name bedeutet Kraft, und im Ayurveda zählt es zu den Balya-Kräutern, also zu jenen, die traditionell mit Standfestigkeit und Halt verbunden werden. Zugleich gilt es als bekannte Vata-besänftigende Pflanze. In Dhanwantharam Thailam wird Bala reichlich eingesetzt, häufig als Dekokt der ganzen Pflanze, sodass es das Rückgrat der Zubereitung bildet. Das fertige Öl finden Sie in unserem Sortiment als Dhanwantharam Thailam.

Dashamoola: die zehn Wurzeln

Dashamoola, wörtlich die zehn Wurzeln, ist die zweite Säule der Rezeptur. Sie vereint fünf große Wurzeln, nämlich Bilva, Agnimantha, Shyonaka, Gambhari und Patala, mit fünf kleineren: Shalaparni, Prishnaparni, Brihati, Kantakari und Gokshura. Als Gruppe gelten die zehn Wurzeln traditionell als erdend und Vata-beruhigend, weshalb sie in wärmenden Ölen so häufig auftauchen. Ausführlich behandeln wir sie in unserem Dashamoola-Ratgeber; wer die Wurzelmischung für sich erkunden möchte, findet sie außerdem einzeln als Dashamoola-Pulver.

Sesamgrundlage und Milchdekokt

Als Träger dient Sesamöl, im Ayurveda Tila genannt und als die klassische Vata-besänftigende Grundlage angesehen. Die Kräuter werden darin gemeinsam mit Milch und einem wässrigen Dekokt der Pflanzen eingekocht, ein langsamer Vorgang, der die pflanzlichen Eigenschaften an das Öl bindet. Reines Sesamöl ist zugleich jene Grundlage, mit der sich das fertige Thailam für die tägliche Massage strecken lässt. Erst dieses Zusammenspiel aus Sesam, Milch und Dekokt unterscheidet ein echtes Kräuteröl klassischer Machart von einem bloß parfümierten Öl.

Was die klassischen Zutaten beitragen

  • Bala (Sida cordifolia): das zentrale Balya-Kraut, traditionell mit Kraft und Standfestigkeit verbunden.
  • Dashamoola (zehn Wurzeln): eine erdende, Vata-beruhigende Wurzelgruppe.
  • Sesamöl (Tila): der klassische wärmende, Vata-besänftigende Träger.
  • Milch und Kräuterdekokt: das überlieferte Medium, das die pflanzlichen Eigenschaften in das Öl trägt.
  • Langsames Einkochen nach Sneha Paka: das stufenweise Verfahren, das dem Öl seine Tiefe verleiht.

Das Standardöl und die Fassung 101 Avartana

Dieselben Kernzutaten finden sich in der stärker konzentrierten Fassung 101 Avartana, bei der die Zubereitung vielfach wiederholt wird. Sollte Ihnen Dhanwantharam schon einmal als Tropfen oder als 101er Ausgabe begegnet sein, so erklärt unser Ratgeber zu Dhanwantharam 101 Avartana, was diese wiederholte Verarbeitung bedeutet. Welchen Platz das Öl insgesamt in einer Routine einnimmt, lesen Sie im vollständigen Ratgeber zu Dhanwantharam Thailam.

Häufige Fragen

Welches sind die wichtigsten Zutaten in Dhanwantharam Thailam?

Die Rezeptur ruht auf Bala (Sida cordifolia) und Dashamoola, der Gruppe der zehn Wurzeln, die gemeinsam mit Milch und einem Kräuterdekokt in eine Sesamölgrundlage eingekocht werden. In der klassischen Rezeptur kommen zahlreiche weitere Kräuter hinzu, doch Bala und Dashamoola bleiben die beiden Säulen. Das fertige Öl ist somit eine vielschichtige Zubereitung und kein Auszug aus einem einzelnen Kraut.

Welche klassische Schrift beschreibt Dhanwantharam Thailam?

Verzeichnet ist es in den maßgeblichen Schriften der klassischen Überlieferung, allen voran im Ashtanga Hridaya, und es zählt bis heute zu den Grundpfeilern der classical Öltradition. Benannt wurde die Rezeptur nach Dhanwantari, der Arztgestalt des klassischen Ayurveda. Einzelne Hersteller folgen leicht abweichenden überlieferten Rezepturen, der Kern aus Bala und Dashamoola bleibt jedoch stets derselbe.

Was ist Bala in dieser Rezeptur?

Bala ist das Kraut Sida cordifolia, dessen Name Kraft bedeutet. Es gehört zur Gruppe der Balya-Kräuter, die traditionell mit Standfestigkeit und Halt verbunden werden, und gilt als anerkannte Vata-besänftigende Pflanze. In Dhanwantharam Thailam wird es großzügig verwendet, meist als Dekokt der ganzen Pflanze, weshalb es als Herzstück der Zubereitung gilt.

Warum wird bei der Herstellung Milch verwendet?

Milch gehört zum überlieferten Sneha-Paka-Verfahren, bei dem Öl, Milch und ein wässriges Dekokt der Kräuter stufenweise miteinander gekocht werden. Sie ist eines der Medien, die die pflanzlichen Eigenschaften in das Öl tragen. Es handelt sich also um einen Herstellungsschritt der klassischen Methode und nicht um etwas, das man im fertigen Öl schmeckt oder spürt.

Ist die Zutatenliste bei der 101er Fassung dieselbe?

Die Kernzutaten sind identisch. Was sich bei der Fassung 101 Avartana ändert, ist die Verarbeitung: Die Zubereitung wird vielfach wiederholt, wodurch das Öl konzentrierter ausfällt und deshalb oft in kleinen Tropffläschchen angeboten wird. Unser eigener Ratgeber zur 101er Fassung erläutert den Unterschied im Detail.

Nur zur äußeren Anwendung. Kein Ersatz für eine professionelle Beratung.